Entwicklungszusammenarbeit: Oberösterreich setzt seit 2018 Schwerpunkte in Migrationsländern und im Bereich Klimaschutz

Gestern und heute fand erstmals eine Bund-Länder-Tagung der Vertreter/innen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit in Oberösterreich statt. Unter anderem sprachen Botschafterin Désirée Schweitzer, Leiterin der Sektion Entwicklung im Außenministerium, und Robert Zeiner, Leiter der Abteilung Programme und Projekte International in der Austrian Development Agency (ADA), der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, in ihren Impulsstatements in den Redoutensälen in Linz über die aktuellen Herausforderungen in der Entwicklungshilfe.

„Entwicklungszusammenarbeit ist nach wie vor eine Daueraufgabe, die das Engagement aller fordert. Nur durch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort und durch Hilfe zur Selbsthilfe kann der Landflucht und damit Migrationsbewegungen entgegengewirkt werden. Oberösterreich legt seit Anfang 2018 daher ganz bewusst einen Schwerpunkt auf Aktivitäten in Migrationsländern und auf Projekte im Bereich Klimaschutz“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, der im Land OÖ auch für Entwicklungszusammenarbeit zuständig ist.

Das Land Oberösterreich arbeitet bei Entwicklungshilfeprojekten seit jeher eng mit den oberösterreichischen NGOs und Initiativen zusammen. Im Durchschnitt werden pro Jahr 100 Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit von NGOs und Organisationen aus Oberösterreich gefördert. Darüber hinaus werden Menschen, die bei EZA-Projekten im Ausland mitarbeiten, sowie oberösterreichische Schulen mit der „Aktion Fair Play“ unterstützt. Das Budget für Entwicklungshilfe liegt in Oberösterreich aktuell bei 2,1 Millionen Euro.

Außenministerium stellt Frauen in den Mittelpunkt 

„Wir sind in den ärmsten Ländern tätig, um den Menschen dort ein besseres Leben zu ermöglichen. Ein Thema, das Bundesministerin Karin Kneissl dabei besonders wichtig ist, sind die Anliegen von Frauen“, erklärte Botschafterin Désirée Schweitzer in ihrem Vortag. „Aktuell stellen wir eine Million Euro zur Unterstützung von Aktivitäten gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und für Frauengesundheit und Familienplanung bereit. Dies kommt Frauen und Mädchen in verschiedenen afrikanischen Ländern zugute, vor allem im Sahel und am Horn von Afrika.“, so Schweitzer weiter. Schätzungen zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, daher sei es besonders wichtig, hier das Engagement zu verstärken.

„Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit mit den Bundesländern so gut funktioniert und hoffe, dass wir das gemeinsame Fördern von Projekten in Zukunft noch weiter ausbauen können. Das Land Vorarlberg hat uns bereits für ein Fortbildungsprojekt im Bereich erneuerbare Energien in Burkina Faso 300.000 Euro zu Verfügung gestellt. Und auch das Bündeln der Mittel aus mehreren Bundesländern und der ADA für Wiederaufbau-Projekte nach dem Erdbeben in Nepal 2015 lief sehr gut“, betont Robert Zeiner, Leiter der Abteilung Programme und Projekte International in der ADA.

Besonders hob Zeiner ein Projekt mit Bezug zu Oberösterreich hervor: „Armut mindern und landwirtschaftliche Entwicklung fördern, das sind zwei Aspekte, die in der Arbeit der Austrian Development Agency – beziehungswiese der Entwicklungszusammenarbeit insgesamt – oft Hand in Hand gehen. Und manchmal hilft auch die Wirtschaft mit: Die oberösterreichische Firma Saatbau Linz etwa, unterstützt in Georgien den Aufbau einer Weizen Saatgut-Produktion und die Erhöhung der Eigenversorgung des Landes mit Getreide.“

Die Austrian Development Agency, die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt Länder in Afrika, Asien, Südost- und Osteuropa sowie die Karibik bei ihrer nachhaltigen Entwicklung. Gemeinsam mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen setzt die ADA derzeit Projekte und Programme mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro um.