„Die Kräfte bündeln“ – OÖ. Sozialpartnertreffen:

Schulterschluss von Land und Sozialpartnern zur Absicherung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftsstandort Oberösterreich

Auf Einladung von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer fand heute gemeinsam mit Bundeskanzler Sebastian Kurz ein Treffen mit den Spitzen der oberösterreichischen Sozialpartner im Linzer Landhaus statt. Ziel des Arbeitsgespräches war es, die Herausforderungen durch Corona aus den unterschiedlichen Standpunkten zu analysieren und gemeinsam Wege zur Absicherung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftsstandort abzustimmen. Mit dabei waren Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Mag.a Doris Hummer, Arbeiterkammer OÖ-Präsident und Vorsitzender des ÖGB Oberösterreich Dr. Johann Kalliauer, Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ)-Präsident Dr. Axel Greiner, AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer sowie Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. Bundeskanzler Sebastian Kurz nahm per Videokonferenz teil.

„In Oberösterreich ist es üblich, dass zusammengearbeitet wird, wenn es darauf ankommt. Um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu sichern, haben wir in Oberösterreich bereits Unterstützungsmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für Unternehmen und Gemeinden gesetzt – wie etwa das 580 Millionen Euro-Oberösterreich-Paket, das 344 Millionen Euro-OÖ-Gemeindepaket sowie Haftungs- und Stiftungslösungen. Wir brauchen nun weiterhin einen starken gemeinsamen Schulterschluss zwischen Arbeitnehmervertretern, Arbeitgebervertretern und der Politik. Wenn wir über Arbeitslosigkeit reden, geht es nicht um irgendwelche Kommastellen in der Arbeitslosenstatistik. Da geht es um jedes einzelne Schicksal. Daher wollen wir eine Allianz im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit schmieden. Denn eines ist klar: Die Corona-Pandemie stellt uns vor gewaltige Herausforderungen, die nur durch ein Miteinander und Zusammenarbeit bewältigt werden können. Klar ist auch, dass wir weitere Maßnahmen brauchen und auch weiter Maßnahmen setzen werden. Nur miteinander können wir Oberösterreich wieder stark machen“, betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer, der sich bei den Sozialpartnern für den heutigen Austausch und die zugesagte Zusammenarbeit bedankt.

Beim Treffen wurde natürlich auch das Thema MAN Steyr besprochen sowie die weitere Abstimmung mit dem VW-Konzern und MAN, um den Standort weiter erhalten zu können und Arbeitsplätze zu sichern.

„Oberösterreich ist ein starker Wirtschaftsstandort mit niedrigerer Arbeitslosigkeit und einer hohen Produktivität. Jedoch stellt uns die Weltwirtschaftskrise vor enorme Herausforderungen. Gerade Oberösterreich mit seiner starken Industrie und einer hohen Exportquote trifft es sehr, wenn ganze Märkte wegbrechen. Daher führen wir derzeit intensive Gespräche, um drohende Betriebsschließungen oder Abwanderungen ins Ausland zu verhindern. Wir werden mit aller Kraft um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Eine Betriebsschließung bedeutet nicht nur für jeden Unternehmer den Ruin, sondern bedroht auch die Existenz aller Mitarbeiter und deren Familien“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz.

„Die bisherigen Wirtschaftshilfen funktionieren und werden wir auch verlängern. Allein in Oberösterreich wurde bereits eine Milliarde Euro an Kurzarbeitsgeldern ausbezahlt, damit konnten unzählige Arbeitsplätze gerettet werden. Auch die Investitionsprämie wird gut angenommen und setzt Anreize für Investitionen am Standort Oberösterreich. Insgesamt wurden österreichweit fast 1,5 Milliarden an Investitionsprämien beantragt, die Investitionen von mehr als 14 Milliarden Euro auslösen. Ein Drittel der Anträge entfällt dabei auf Oberösterreich“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz.

„Wir werden alles unternehmen, um solche lokal auftretenden wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Wir werden für jeden Unternehmensstandort gemeinsam kämpfen. Grundsätzlich sehen wir als Wirtschaftskammer den Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel trotz höherer Arbeitslosigkeit immer noch als Herausforderung für Betriebe. Zum Beispiel haben wir aktuell vier offene Lehrstellen für einen Lehrstellensuchenden“, betonte Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer.

„Es braucht eine gemeinsame und koordinierte Vorgehensweise bei MAN, damit der Konzern dazu gebracht wird, den Standort weiter aufrecht zu erhalten. Vor allem kurzfristige Investitionen wären besonders wichtig. Bereits seit März gibt es eine deutliche erhöhte Arbeitslosigkeit und es zu befürchten, dass diese noch länger andauern wird. Daher braucht es für die Betroffenen mehr finanzielle Unterstützung, etwa ein zumindest befristet erhöhtes Arbeitslosengeld“, betonte der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich und Vorsitzende des ÖGB Oberösterreich, Johann Kalliauer.

„Die Corona-Pandemie beschleunigt den Strukturwandel insbesondere in der Fahrzeugindustrie massiv. Um diesen Strukturwandel möglichst verträglich zu gestalten, ist es notwendig, die Diskussion über die Mobilität der Zukunft technologieoffen zu führen und nicht mit Verboten zu agieren. Das Industrieland Oberösterreich steht auf vielen Branchenbeinen und hat in Österreich den mit Abstand stärksten Bedarf an MINT-Fachkräften. Steyr hat gemessen an der Gesamtwirtschaft in der Region die höchste Industriequote Österreichs mit vielen internationalen Leitbetrieben und hoher Technologiekompetenz der Mitarbeiter. Ich bin sehr zuversichtlich, dass für den Standort Steyr und die betroffenen Mitarbeiter eine positive und zukunftsfähige Lösung gefunden werden kann“, betonte Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ)-Präsident Axel Greiner.

 

„Wenn wir den Standort Oberösterreich wieder stark machen wollen, dann müssen wir zum einen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und zum anderen die Betriebe in der aktuellen Krise bestmöglich unterstützen. Wir müssen dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen in Beschäftigung bleiben bzw. rasch wieder in eine Beschäftigung kommen und dass auch unsere Unternehmen in Oberösterreich erhalten bleiben. Zum anderen geht es aber auch darum, gerade jetzt in die Zukunft zu investieren: Innovation ist der Treiber für unseren Standort, daher müssen Forschung und Entwicklung weiter gestärkt und insbesondere Investitionen in Ökoenergie und Ökotechnologie sowie Klimaschutz vorangetrieben werden. So würde sich Oberösterreich als Standort für das geplante neue Wasserstoff-Kompetenzzentrum des Bundes optimal anbieten, nicht zuletzt auch aufgrund der Forschungstätigkeit der voestalpine in diesem Bereich. Auch die vom Bund angekündigte neue Technische Universität für Oberösterreich mit Digitalisierungsschwerpunkt muss rasch umgesetzt werden. Bildung und Qualifizierung sind generell der Schlüssel dazu, um die Menschen und damit den Standort OÖ zukunftsfit zu machen. All diese Maßnahmen müssen im Sinne einer starken Standortpartnerschaft gemeinsam umgesetzt werden, im Interesse der Menschen und In Betriebe in Oberösterreich“, unterstrich Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner.

„Am Arbeitsmarkt bewegt sich trotz Krise sehr viel im Moment. Im September haben 8.500 Menschen Arbeit aufgenommen. Für Herbst und Winter erwarten wir wieder steigende Arbeitslosenzahlen. Für uns als AMS ist es besonders wichtig, dass wir gemeinsam mit dem Land OÖ und den Sozialpartnern für jeden Arbeitsplatz und jeden Betriebsstandort kämpfen“, betonte AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer.

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