LH-Stv. Stelzer zu „Chancen-Index“ bei Schulfinanzierung:

„Ja, aber nicht nach Gießkannenprinzip!“

Die neue Bildungsministerin, Dr. Sonja Hammerschmidt, hat sich heute (24. Mai 2016) für die Einführung eines Chancen-Index“ ausgesprochen. Dabei soll die Verteilung zusätzlicher Fördermaßnahmen für Schulen an Faktoren wie Bildungsstand, Beruf und Einkommen der Eltern bzw. Migrationshintergrund gebunden sein. Oberösterreichs Bildungsreferent, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer steht diesem Vorhaben prinzipiell offen gegenüber. „Mehr Fördermaßnahmen für Problemschulen sind natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. Aber die Verteilung der zusätzlichen Mittel darf nicht auf dem grünen Tisch im Bildungsministerium oder nach dem Gießkannenprinzip erfolgen, sondern es müssen die regionalen Besonderheiten berücksichtigt und Schulstandorte individuell beurteilt werden“, gibt Stelzer zu Bedenken und fordert eine enge Zusammenarbeit mit den Bundesländern.

Stelzer erinnert das Bildungsministerium, dass das Land Oberösterreich bei der individuellen Förderung von Schüler/innen bereits jetzt mehr leiste, als es gesetzlich dazu verpflichtet ist – vor allem wenn es um die Deckung des sonderpädagogischen Förderbedarfs geht. „Der Bund legt hier fest, dass maximal 2,7 % der Schülerinnen und Schüler sonderpädagogischen Sonderbedarf haben. Tatsächlich haben wir in Oberösterreich aber bereits die 4-Prozent-Grenze überschritten. Aufgrund der der hohen Anzahl an Flüchtlingskindern müssen wir mit einer weiteren Steigerung rechnen“, so Stelzer. Bei aktuell rund 100.000 oberösterreichischen Pflichtschülern geht es daher um 1.300 Kinder mit sonderpädagogischen Sonderbedarf, um die sich das Land OÖ finanziell kümmert, obwohl der Bund zuständig wäre.