LH-Stv. Stelzer zu PISA-Studie: „Nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“

Eigene Oberösterreich-Auswertung soll konkrete Ableitungen liefern – Präsentation im ersten Quartal 2017

Als ernüchternd bezeichnet LH-Stv. Mag. Thomas Stelzer die heute (Dienstag) veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie: „Da gibt es nichts schönzureden. Wenn die österreichischen Schüler/innen in den untersuchten Gegenständen maximal leicht über dem OECD-Durchschnitt liegen und ein Drittel als Risikoschüler/innen eingestuft werden, können wir nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.“

Insbesondere das schlechte Abschneiden im Testgebiet Lesen lässt bei LH-Stv. Stelzer die Alarmglocken schrillen: „Seit Jahren wird gepredigt, dass wir uns in der Volksschule wieder mehr auf die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen konzentrieren müssen. Den Worten müssen jetzt auch mal Taten folgen“, so Stelzer in Richtung Bildungsministerium. Dort müsse man auch kritisch hinterfragen, ob die bildungspolitischen Maßnahmen, die in den letzten Jahren gesetzt wurden, auch den gewünschten Effekt erzielt hätten.

In Oberösterreich unternehme man jedenfalls alles, was im Rahmen der Kompetenzen möglich ist, um die sogenannten Grundfertigkeiten zu stärken. So habe man etwa kürzlich mit dem Pilotprojekt „Bildungskompass“ in über 90 Kindergärten gestartet um den Übergang vom Kindergarten in die Volksschule zu verbessern und um eine solide Basis für die Entwicklung der Kinder zu legen. Außerdem wurde ein neuer Lesetest für Schüler/innen und Schüler der 5. und 6. Schulstufe samt konkreten Fördermaßnahmen für ein besseres Leseverständnis und die Lesekompetenz eingeführt.

Oberösterreich als einziges Bundesland mit Sonderauswertung

Dass es auch unter den Bundesländern größere Unterschiede gibt, haben bereits mehrere Bildungstests in der Vergangenheit gezeigt. „Die PISA-Ergebnisse für Österreich sind daher für uns nur bedingt aussagekräftig“, betont LH-Stv. Stelzer. Eine eigene Auswertung der PISA-Studie für Oberösterreich soll daher auch konkrete Ableitungen für das Land ob der Enns liefern. Oberösterreich ist übrigens das einzige Bundesland, das eine Sonderauswertung beauftragt hat. Von den Oberösterreich-Ergebnissen, die im ersten Quartal 2017 präsentiert werden, erwartet sich Stelzer viel: „Wenn wir wissen in welchen Bereichen es in Oberösterreich konkret Probleme gibt, können wir auch konkret darauf reagieren und Maßnahmen treffen.“